Auszug aus unserem Konzept

Gesetzlicher Auftrag

Die gesetzliche Grundlage unserer Arbeit bilden:

  • die UN- und Kinderrechtskonvention
  • das KJHG (SGB VIII )
  • das Hessische Kinderförderungsgesetz
  • der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan
  • sowie die Marburger KiTa Satzung.
Rahmenbedingungen

Gebäude und Außengelände des Familienzentrums

Das Gebäude bietet einen barrierefreien Zugang und hat viele räumliche Möglichkeiten, die auch außerhalb der Betreuungszeiten genutzt werden können. Wir bieten Beratungs- und Therapieräume für entsprechende Bedarfe, sowie einen Bewegungsraum und eine kleine Mensa im Gebäude selbst an. In der Nachbarschaft des Stadtteilzentrums steht ein Eltern-Kind-Raum für selbstorganisierte Treffen zur Verfügung, Werkstätten und ein größerer Veranstaltungsraum mit Gemeinschaftsküche.

Wir arbeiten in enger Kooperation in demselben Gebäude mit dem Gesamtverband der ev. Kirchengemeinden Marburg und ihren drei Kindergartengruppen Stadtwald-Ockershausen. Diese befinden sich im Obergeschoss.

Die Krippengruppen befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes und haben alle einen eigenen Zugang zur gemeinsam genutzten Terrasse. Darüber gelangt man auf das Außengelände, welches sich in mehrere Teile aufgliedert. Das Außengelände des Familienzentrums ist durch einen Zaun zum Ziegenhof und Schulhof der Bettina-von-Armin-Schule sowie zum Eingang abgegrenzt. Weiterhin gibt es separate Bereiche für U3- und Ü3-Kinder, welche durch Bepflanzungen optisch getrennt werden. Im jeweiligen Bereich befinden sich altersgerechte Spielgeräte. Alle Kinder haben aber die Möglichkeit mit ihren Fahrzeugen um das Gebäude herumzufahren.

Das Außengelände wird insofern mit drei Partnern geteilt, als dass das Ziegengelände der Bettina-von-Arnim-Schule für alle Kinder von einer größeren Plattform einsichtig und von unserer Krippe aus zu erreichen ist.

Pädagogische Gruppenstruktur

Wir legen Wert darauf, dass die Fachkräfte einer Gruppe fest zugeordnet sind. Bei personellen Engpässen, kann dies aber aufgelöst werden, sodass die Kinder von Erzieher*innen der anderen Gruppen betreut werden. Jedes Kind ist einer/m Bezugserzieher*in zugeordnet. Die Krippe umfasst drei Gruppen mit jeweils 10 Kindern.

Jeden Tag gibt es ein gruppenübergreifendes Angebot am Vormittag zu dem sich Kinder und Fachkräfte zuordnen können. Darüber hinaus treffen sich die Kinder aller Gruppen beim gemeinsamen Essen im Essensraum, beim Spielen auf dem Außengelände oder dem gemeinsamen Spielflur. Familienfeste sowie Elternnachmittage werden zusammen gestaltet. Im Spätdienst sind maximal zwei Gruppenräume geöffnet und die Kinder werden gemeinsam betreut.

Das Team

Unsere Einrichtung wird von einem kulturell, sprachlich und intergenerativen Team aus staatlich anerkannten Erzieher*innen mit unterschiedlichen Zusatzqualifikationen geführt. Engagiert bringen wir unsere Lebens- und Berufserfahrung und unsere unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen in den pädagogischen Alltag zum Wohle der Kinder ein. Praktikant*innen in unterschiedlichen Ausbildungsstadien und aus verschiedenen Schulformen ergänzen und bereichern unser Team. Darüber hinaus haben wir über die Jahre einen Pool an Springerkräften bestehend aus Familienpat*innen und angehenden Erzieher*innen aufgebaut, den wir fachlich begleiten.

Ein gelingender Informationsfluss wird durch regelmäßige Teambesprechungen gewährleistet. Ergebnisse dieser Zusammenkünfte bezogen auf Planung, Reflexion, Entscheidungen und Arbeitsabläufe werden schriftlich dokumentiert und sind damit nachvollziehbare Grundlagen für alle Mitarbeitenden. Die professionelle Reflexion wird durch regelmäßige Supervision ergänzt. Für unsere Zusammenarbeit ist uns Offenheit besonders wichtig, sodass wir stets im Austausch miteinander sind, mit Eltern ebenso wie Kooperationspartnern. Insbesondere im erweiterten Team mit der Gemeinwesenarbeit der IKJG. Uns ist es wichtig, dass wir über die Stadtteilthemen informiert sind und wir gemeinsam Verantwortung gegenüber den jungen Familien im Quartier tragen, indem wir unsere Fachkompetenz einbringen.

Pädagogisches Angebot

Öffnungszeiten und Tagesablauf

7.00 – 9.00 Uhr:
Diese Zeit ist unsere „Ankommenszeit“. Zwischen 7.00 und 9.15 Uhr bieten wir für die Kinder Frühstück im Essensraum an. Bis spätestens 9.00 Uhr sollten die Kinder gebracht worden sein.

9.00 – 11.00 Uhr:
In dieser Zeit findet unsere Freispielzeit statt. Wir beginnen sie mit einem Morgenkreis in dem jedes Kind einzeln begrüßt wird, singen Lieder und spielen Fingerspiele.
Danach verbringen wir die Zeit mit Spielen, malen, bauen, toben oder singen. Wir gehen raus auf den Spielplatz, in den Wald oder in den Garten. Einmal in der Woche bieten wir für eine halbe Stunde musikalische Früherziehung an.

11.00 – 12.00 Uhr:
Wir nehmen ein gemeinsames Mittagessen ein. Die Kinder werden anschließend gewickelt und auf den Mittagsschlaf eingestimmt.

12.00 – ca.14.30 Uhr:
Die Kinder machen in dieser Zeit ihren Mittagsschlaf. Außerdem ist das die Zeit, in der wir bevorzugt Eltern-/ Entwicklungsgespräche führen.

14.30 – 15.00 Uhr:
In dieser Zeit gibt es einen Nachmittagssnack für die Kinder.

15.00 – 17.00 Uhr:
Ab dieser Zeit ist wieder Freispielzeit, die wir je nach Wetterlage am liebsten draußen verbringen. Bis 16.50 Uhr sollten alle Kinder abgeholt sein.

Mahlzeiten

In unserer Einrichtung werden wir durch unser Küchenpersonal mit frisch gekochten Mahlzeiten aus biologisch, regional und saisonalen Lebensmitteln versorgt. Dieses Personal wird vom Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinde gestellt. Frühstück, Mittagessen und Nachmittagssnack werden von dem Küchenpersonal für die Kinder vor- und zubereitet. So stellen wir sicher, dass alle Kinder in der Betreuungszeit gute, vollfertige Mahlzeiten zu sich nehmen können. Gerade beim Frühstück achten wir darauf, dass diese Mahlzeit zuckerfrei ist. Das Essen wird im gemeinsamen Essensraum mit allen Krippenkindern gegessen. Bevor wir beginnen sagen wir gemeinsam unterschiedliche Tischsprüche, um dann zusammen anzufangen. Zum offenen Frühstück und Nachmittagssnack teilen sich KiTa wie Krippenkinder des Hauses den Raum. So geben wir den Jüngsten die Möglichkeit sich etwas von den Größeren abzuschauen. Und die Älteren können so auch den Kleineren Hilfestellung geben.

Eingewöhnung

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Krippe bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Während der ersten Zeit in der Krippe ist das Kind mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Bei Unterdreijährigen ist die Eingewöhnung besonders sensibel zu behandeln, da die Bindungsentwicklung mitunter noch nicht abgeschlossen ist.
Kinder benutzen ihre Bindungspersonen als “sicheren Hafen” für die Erkundung einer fremden Umgebung. Ein Kind von unter drei Jahren ist nicht in der Lage, sein inneres Gleichgewicht völlig allein zu regulieren. Bei Unsicherheit nähert es sich daher der Bindungsperson bis hin zu engem Körperkontakt an, bei sicherem Gefühl entfernt es sich von ihr und erkundet interessiert die neue Umgebung.
Die Eingewöhnung soll dem Kind die Möglichkeit geben, sich in Begleitung einer Bindungsperson, in der Regel eines Erziehungsberechtigen, mit der Bezugserzieherin soweit vertraut zu machen, dass diese nun in Abwesenheit der Erziehungsberechtigen die Funktion des “sicheren Hafens” übernehmen kann.
Die Eltern haben die Möglichkeit kurz vor der Eingewöhnung mit oder auch ohne Ihr Kind einen Tag bei uns zu hospitieren. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Partizipation der Kinder

Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen gemäß seinem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Partizipation beinhaltet, dass die Kinder grundsätzlich über ihre Rechte informiert werden und ihnen Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen, in denen sie die Akzeptanz ihrer Rechte erleben und umsetzen können.
Im Alltag wird die partizipatorische Grundhaltung zum Beispiel dann erfahrbar, wenn dem Kind das Recht zugestanden wird, zu entscheiden, wann, wie und vom wem es gewickelt wird oder wenn das Kind bestimmen darf, wann, was, wie viel und wie es essen möchte.

Sprachförderung und AG Sprache

Uns ist bewusst, dass unsere pädagogische Grundhaltung eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, um die Kinder in ihrem Spracherwerb zu unterstützen. Das beinhaltet folgendes:

  • Wertschätzung und Interesse dem Kind gegenüber (und gegenüber dem, was es beschäftigt)
  • Wir nehmen sprachliche und nichtsprachliche Signale des Kindes wahr und reagieren darauf
  • Wir sind bereit zu einem dialogischen Austausch mit dem Kind und achten dabei auf unsere Dialoghaltung
  • Uns ist unsere Rolle als Kommunikationsvorbild bewusst.

Kinder müssen die Sprache hören, um sie zu lernen, daher achten wir darauf, die Sprache in Alltagssituationen authentisch und sinnvoll einzusetzen. Wir begleiten die Kinder sprachlich im Spiel, in Pflegesituationen, im Wald, im Morgenkreis und im Bewegungsraum – denn Sprache ist überall und der Krippenalltag ist voller Sprachanlässe.
Wir betrachten Mehrsprachigkeit als eine Bereicherung. Wir empfehlen den Eltern mit den Kindern in der Sprache zu sprechen, die sie selbst besonders gut beherrschen und mit der sie emotional besonders eng verbunden sind – und das ist meist die Herkunftssprache.
Die AG Sprache dient der kontinuierlichen Begleitung der Fachkräfte für Sprachförderung. Sie wird von der Fachberatung des Marburger Sprachförderkonzeptes angeleitet und findet einmal pro Monat in kleinen Gruppen von maximal 8 Fachkräften statt. In diesem Forum werden Schulungsinhalte vertieft, sodass die Fachkräfte regelmäßig weiterqualifiziert werden und ihr Wissen an das Team weitergeben können. Offene Fragen und weiterer Unterstützungsbedarf in den Einrichtungen werden geklärt und regelmäßig zwischen Fachkraft, Team und AG rückgekoppelt. Zudem wird der Austausch zwischen den Fachkräften für Sprachförderung anderer Kitas gefördert, sodass vorhandenes fachliches Wissen, gelungene Praxisbeispiele ausgetauscht und als Anregung für die eigene Arbeit mitgenommen werden kann.

Wald

Der den Stadtteil umgebende Wald bietet den Kindern die Gelegenheit, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Hier gibt es organische Strukturen, Rinden, Moos und Pilze, wie sie sich in Innenräumen nicht finden lassen. Hier trifft man auf Vögel, Insekten und Eichhörnchen. Ein steiler Hang, im Weg liegende Äste oder auch der unebene Waldboden schulen die motorischen Fähigkeiten der Kinder. Der Wald bietet beides, Bewegungsanreize und Ruhe. (Mindestens) einmal in der Woche findet der Waldtag statt.

Gruppenübergreifende Angebote

Jeden Vormittag gibt es ein anderes übergreifendes Angebot in der Zeit von 9 – 11Uhr.

Montag: Yoga
Dienstag: Turnen
Mittwoch: Wald- und Wiesenausflug
Donnerstag: Gemeinsames Singen und Fingerspiele
Freitag: Sprachförderung

Einzelne Fachkräfte bereiten dieses nach Ihren Spezialisierungen vor und alle Kinder bekommen die Möglichkeit daran teilzunehmen. Dadurch ergibt sich eine größere Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten und die Kinder können sich nach ihren Interessen zuordnen.

Elternarbeit

Unsere Krippe versteht sich nicht nur als Begegnungsort für Kinder, sondern auch für Familien. Unser Ziel ist es, eine tragende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit allen Eltern aufzubauen.
Wir interessieren uns für die Lebenswelten der Familien, ihre Sichtweisen und Erziehungsvorstellungen. Der gezielte Austausch mit den Erziehungsberechtigten über ihre familiären Gewohnheiten und Rituale bildet für unsere pädagogische Arbeit eine wichtige Grundlage. In dem Bewusstsein gemeinsamer Ziele für eine gesunde Entwicklung ihres Kindes wird die Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Einrichtung abgestimmt und entwickelt.
Durch tägliche Tür- und Angelgespräche stehen wir mit den Erziehungsberechtigten eng im Kontakt. Zweimal im Jahr bieten wir zusätzlich für jedes Kind ein ausführliches Entwicklungsgespräch an. Statt Elternabenden bieten wir Familiennachmittage an. Die Familiennachmittage finden zweimal im Jahr statt.
Darüber hinaus gibt es über die IKJG die Möglichkeit, an offenen Elterncafés zu bestimmten Themen teilzunehmen.

Elternbeirat

Einmal im Jahr wird ein Elternbeirat von den anwesenden Eltern in der Elternversammlung gewählt. Dieser besteht aus mindestens einem Mitglied pro Gruppe, also 4 insgesamt. Mit diesem Gremium können Eltern Ihr Recht auf aktive Beteiligung und Mitwirkung des Krippenalltags nutzen. Die Mitglieder können sich mit oder ohne die Leitung und/ oder der Erzieher*innen zu einer Sitzung versammeln. Sie werden vor wesentlichen Entscheidungen die Bildung, Erziehung und Betreuung in der Einrichtung betreffen informiert und können sich angemessen beteiligen. (§27 Abs. 1 S.1 HKJGB).

Ines Weigel

Ines Weigel

Pädagogische Leitung Krippe

Tel: 06421 3800303
Handy: 01514 2027376
krippe(at)ikjg.de
weigel(at)ikjg.de