Ein Zebra für den Stadtwald?

Haben sie es auch gesehen? Ein Zebra wurde gesichtet im Stadtwald! Am 12. März konnte man es in der Graf-Von-Stauffenberg-Straße beobachten. Aber wie kam es dazu? Die Graf-Von-Stauffenberg-Straße ist seit Jahren viel befahren. Mit dem Neubaugebiet am Hasenkopf zeigen die Planungen, dass der Verkehr noch deutlich stärker werden wird. Auf der Durchfahrtsstraße, die mitten durch das Wohngebiet zieht, gibt es eine erlaubte Geschwindigkeit von 40 km/h. Die Bedarfsampel, die zuvor einem sicheren Übergang zur Kita gewidmet war, hat ihre Funktion in dem unteren Abschnitt verloren. Eine Verkehrsinsel weiter oben lässt die Autos nicht anhalten. Vielen Anwohner*innen reichen diese Maßnahmen also nicht, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene sicher auf die andere Straßenseite gehen können. Die Problematik ist seit vielen Jahren im Stadtteil bekannt.

Vor bald einem Jahr brachten Anwohner:innen deshalb beim Ortsbeirat Ockershausen einen Antrag für einen Zebrastreifen ein, der Ortsbeirat stimmte dem Antrag zu und gab ihn an die Stadtverwaltung weiter. Seitdem gab es keine Antwort.

Deswegen wurde von den Mitarbeitenden der Gemeinwesenarbeit IKJG e.V. im März eine Demonstration organisiert. Dem Wunsch der Anwohner*innen nach einem sicheren Fußgängerüberweg sollte Gehör verschafft werden!

Über 50 große und kleine Menschen haben am Nachmittag des 12. März gemeinsam demonstriert.  Mit Schildern, Musik und lautstarken Forderungen, insbesondere nach einem Zebrastreifen, wurde auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Denn ein Zebrastreifen bedeutet nach der Straßenverkehrsordnung: es ist die Pflicht des Fahrenden anzuhalten, wenn Fußgänger die Straße queren möchten.

An der Verkehrsinsel auf Höhe des ehemaligen IKJG-Pavillons wurde symbolisch ein Zebrastreifen ausgerollt und alle Teilnehmenden der Demonstration konnten prompt die Straße sicher überqueren.

Oberbürgermeister Dr. Spies nutzte das Erscheinen der demonstrierenden Menschen und hatte sich dafür offensichtlich bereits vorbereitet: so ergriff er das Mikrofon und stellte den Anwesenden eine verkehrsplanerische Alternative zum gewünschten Zebrastreifen vor. Diesen Entwurf (siehe Foto) übergab er symbolisch an Jakob Voss, der ihn stellvertretend für die Bewohnerschaft entgegennahm, hatte er doch die Demonstration bei der Stadt angemeldet.

Der Entwurf sieht vor, alternativ zu einem Zebrastreifen den Bürgersteig auf der Höhe der Bushaltestelle breiter zu machen und so die Fahrbahn zu verengen. Wenn der Bus dann hält, müssen Autos automatisch dahinter warten und aussteigende Menschen, sollen sicherer über die Straße gehen können.

Der Entwurf wird nun im neu gewählten Ortsbeirat diskutiert. Interessierte und Menschen, die sich zu diesem Thema beteiligen wollen, sind jederzeit in die öffentlichen Sitzungen eingeladen. Der Entwurf des Stadtplanungsamts kann zudem gerne eingesehen werde. Interessierte können sich bei Jakob Voß (IKJG e.V., Tel.: 01514 2014511) melden.

Falls sich hieraus nichts Konkretes ergeben wird: bleibt alle wachsam, ob und wann das Zebra im Laufe des Jahres doch nochmal im Stadtteil auftaucht!