Es schneit. Das Thermometer zeigt minus drei Grad. Ein kleines Kind schaut seine Mutter an und fragt: „Mama, was machen wir jetzt?“ Zu Hause ist es eng und nach vielen Stunden auch langweilig. Draußen ist es kalt und ungemütlich. Gerade im Winter stellt sich für viele Familien die Frage: Wohin können wir gehen? Wo gibt es einen geeigneten Ort, an dem Kinder spielen dürfen und Eltern sich willkommen fühlen?

Ein Thema, das auch häufig in der Bewohner*innenbefragung von 2025 zur Sprache kam und dabei wurde deutlich: Gut erreichbare, kostenlose und niedrigschwellige Angebote sind besonders in der kalten Jahreszeit wichtig. Sie entlasten Familien, schaffen Begegnung und stärken das Miteinander im Stadtteil. Diesem nahmen sich Kolleg*innen aus dem Team der IKJG im Monat Februar an, indem sie ein konkretes Angebot machten und das Stadtteilzentrum an zwei Nachmittagen (am 12. Und 13. Februar) in einen Indoorspielplatz verwandelten. Ziel war es, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sich Kinder bewegen, spielen und ausprobieren können. Gleichzeitig sollte es für Eltern eine Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen, ins Gespräch zu gehen und neue Kontakte zu knüpfen.

Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Schon beim Betreten war spürbar: Hier entsteht Gemeinschaft. Kinder tobten durch das Bällebad, sausten mit Rutschautos durch den Raum und ließen Papierflieger durch die Luft segeln. Hier und da rollte ein Ball vorbei, Popcorn knisterte auf dem Boden, und immer wieder hörte man fröhliches Lachen.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Viele Familien brachten selbstgebackene Speisen mit, aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen. So entstand ein vielfältiges Buffet, das nicht nur satt machte, sondern auch zum Austausch einlud. Nicht nur ein Mal wurde nach einem Rezept gefragt. Bei Kaffee, Kuchen und internationalen Köstlichkeiten kamen Eltern miteinander ins Gespräch. Es wurden Erfahrungen geteilt und neue Verbindungen im Stadtteil geknüpft.

Das Stadtteilzentrum wurde an diesen Tagen zu einem lebendigen, bunten Ort der Begegnung, offen für alle und ohne große Hürden zugänglich. Genau solche Räume sind wichtig: Orte, an denen Vielfalt sichtbar wird und Gemeinschaft wächst.

Die positive Resonanz und der Wunsch nach einer Wiederholung bestätigten die Aktualität des Themas und dass ein passgenaues Angebot gefunden werden konnte. Denn gerade in der kalten Jahreszeit zeigt sich, wie wertvoll warme Räume und offene Türen für Familien im Stadtteil sind.

Und wenn im nächsten Winter wieder ein kleiner Kind zu Hause sitzt und fragt: „Mama, was machen wir jetzt?“, dann gibt es im Stadtteil vielleicht schon eine einfache Antwort: Wir gehen wieder zum Indoor-Spielplatz ins Stadtteilzentrum.