Auszug aus unserem Konzept

Gesetzlicher Auftrag
Die gesetzliche Grundlage unserer Arbeit bilden:

  • die UN- und Kinderrechtskonvention
  • das KJHG (SGB VIII )
  • das Hessische Kinderförderungsgesetz
  • der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan
  • sowie die Marburger KiTa Satzung.
Rahmenbedingungen

Räumlichkeiten und Außengelände

Gruppe Füchse

Die Gruppe “Füchse” entstand 2010 in der Anne-Frank-Straße 2 im Anbau der Freien Schule Marburg. Sie bietet einen großzügigen Raum mit drei verschiedenen Ebenen und verschiedenen Bewegungsanreizen und Materialerfahrungen. Die Krippe verfügt über einen eigenen kleinen Garten mit einem Bewegungselement, einem Sandkasten und verschiedenen Untergrundeigenschaften (Rasen, Kiesbett und Weg mit Sicherheitsbelag.

Gruppe Waschbären

Im Jahre 2013 entstand aufgrund des steigenden Bedarfs an Betreuungsplätzen die Gruppe “Waschbären” in der Graf-von-Stauffenberg-Straße 1a im Anbau der evangelischen KiTa. Die Krippengruppe ist bis zum Zusammenzug beider Gruppen in das geplante Familienzentrum in der umgebauten ursprünglichen Hausmeisterwohnung untergebracht. Sie verfügt über eine eigene Küche, ein kleines Bad mit Wickeltisch und Kleinkind- Toilette und einen Gruppenraum mit einer Hochebene. Darüber hinaus bietet die Krippe einen großzügigen eigenen Garten mit einem großen Sandkasten und alten Bäumen.

Gruppenstruktur

Die Krippe umfasst zwei Gruppen mit jeweils 10 Plätzen. Aufgenommen werden Kinder im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren.
Gelegentlich finden Besuche der Gruppen statt. Dies ist jedoch aufgrund der getrennten Lage der beiden Gruppen eher eine Ausnahme als die Regel.                   Wir legen Wert darauf, dass das Personal, auch die Vertretungskräfte, einer Gruppe fest zugeordnet sind, um Kontinuität in der Beziehungsarbeit zu gewährleisten. Alle Kinder werden in den ersten Tagen durch Bezugserzieher*innen begleitet.

Team

Unsere Einrichtung wird von einem bunten Team aus staatlich anerkannten Erzieher*innen mit verschiedenen Zusatzqualifikationen geführt. Engagiert bringen wir unsere Lebens- und Berufserfahrung und unsere unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen in den pädagogischen Alltag zum Wohle der Kinder ein.               Verstärkt wird das Team durch einen Vertretungspool von Honorarkräften, die bei Bedarf zusätzlich eingesetzt werden. Gern bieten wir auch Praktikant*innen die Möglichkeit, erste Erfahrungen im pädagogischen Bereich zu sammeln. Wir setzen hierbei eine Praktikumsdauer von mindestens 6 Monaten voraus. Ein gelingender Informationsfluss im Team wird durch regelmäßige Teamtreffen und Konzeptionstage gewährleistet. Ergebnisse dieser Zusammenkünfte bezogen auf Planung, Reflexion, Entscheidungen und Arbeitsabläufe werden schriftlich dokumentiert und sind damit nachvollziehbare Grundlagen für alle Mitarbeitenden.

Pädagogisches Angebot

Tagesablauf

  • 7.00 – 9.00 Uhr: Zwischen 7.00 und 8.45 Uhr bieten wir für die Kinder Frühstück an. Bis spätestens 9.00 Uhr werden die Kinder gebracht.
  • 9.00 – 11.00 Uhr: Wir beginnen den Tag mit einem Morgenkreis, in dem jedes Kind einzeln begrüßt wird, singen Lieder und spielen Fingerspiele. Danach folgt die Freispielzeit.
  • 11.00 – 12.00 Uhr: Wir nehmen ein gemeinsames Mittagessen ein. Die Kinder werden anschließend gewickelt und auf den Mittagsschlaf eingestimmt.
  • 12.00 – ca.14.30 Uhr: Die Kinder machen in dieser Zeit ihren Mittagsschlaf.
  • 14.30 – 15.00 Uhr: In dieser Zeit gibt es einen Nachmittagssnack für die Kinder.
  • 15.00 – 17.00 Uhr: Ab dieser Zeit ist wieder Freispielzeit, die wir je nach Wetterlage am liebsten draußen verbringen.
  • Bis 16.50 Uhr sollten alle Kinder abgeholt sein.

Mahlzeiten

In beiden Einrichtungen werden wir durch die Küche des jeweiligen Kooperationspartners mit frisch gekochten Mittagsmahlzeiten versorgt: In der Gruppe Füchse durch die Küche der Freien Schule Marburg und in der Graf- von- Stauffenberg- Straße durch die Küche der Evangelischen Kindertagesstätte. Als Frühstück und Nachmittagssnack reichen wir zum Beispiel Brot mit verschiedenen Belegen, Rohkost oder Müsli.

Eingewöhnung

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Krippe bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Während der ersten Zeit in der Krippe ist das Kind mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Bei Unterdreijährigen ist die Eingewöhnung besonders sensibel zu behandeln, da die Bindungsentwicklung mitunter noch nicht abgeschlossen ist.

Kinder benutzen ihre Bindungspersonen als “sicheren Hafen” für die Erkundung einer fremden Umgebung. Ein Kind von unter drei Jahren ist nicht in der Lage, sein inneres Gleichgewicht völlig allein zu regulieren. Bei Unsicherheit nähert es sich daher der Bindungsperson bis hin zu engem Körperkontakt an, bei sicherem Gefühl entfernt es sich von ihr und erkundet interessiert die neue Umgebung.
Die Eingewöhnung soll dem Kind die Möglichkeit geben, sich in Begleitung einer Bindungsperson, in der Regel eines Erziehungsberechtigen, mit der Bezugserzieherin soweit vertraut zu machen, dass diese nun in Abwesenheit der Erziehungsberechtigen die Funktion des “sicheren Hafens” übernehmen kann.

Partizipation der Kinder

Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen gemäß seinem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Partizipation beinhaltet, dass die Kinder grundsätzlich über ihre Rechte informiert werden und ihnen Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen, in denen sie die Akzeptanz ihrer Rechte erleben und umsetzen können.
Im Alltag wird die partizipatorische Grundhaltung zum Beispiel dann erfahrbar, wenn dem Kind das Recht zugestanden wird, zu entscheiden, wann, wie und vom wem es gewickelt wird oder wenn das Kind bestimmen darf, wann, was, wie viel und wie es essen möchte.

Sprachförderung und AG Sprache

Uns ist bewusst, dass unsere pädagogische Grundhaltung eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, um die Kinder in ihrem Spracherwerb zu unterstützen. Das beinhaltet folgendes:

  • Wertschätzung und Interesse dem Kind gegenüber (und gegenüber dem, was es beschäftigt)
  • Wir nehmen sprachliche und nichtsprachliche Signale des Kindes wahr und reagieren darauf
  • Wir sind bereit zu einem dialogischen Austausch mit dem Kind und achten dabei auf unsere Dialoghaltung
  • Uns ist unsere Rolle als Kommunikationsvorbild bewusst.

Kinder müssen die Sprache hören, um sie zu lernen, daher achten wir darauf, die Sprache in Alltagssituationen authentisch und sinnvoll einzusetzen. Wir begleiten die Kinder sprachlich im Spiel, in Pflegesituationen, im Wald, im Morgenkreis und im Bewegungsraum – denn Sprache ist überall und der Krippenalltag ist voller Sprachanlässe.
Wir betrachten Mehrsprachigkeit als eine Bereicherung. Wir empfehlen den Eltern mit den Kindern in der Sprache zu sprechen, die sie selbst besonders gut beherrschen und mit der sie emotional besonders eng verbunden sind – und das ist meist die Herkunftssprache.
Die AG Sprache dient der kontinuierlichen Begleitung der Fachkräfte für Sprachförderung. Sie wird von der Fachberatung des Marburger Sprachförderkonzeptes angeleitet und findet einmal pro Monat in kleinen Gruppen von maximal 8 Fachkräften statt. In diesem Forum werden Schulungsinhalte vertieft, sodass die Fachkräfte regelmäßig weiterqualifiziert werden und ihr Wissen an das Team weitergeben können. Offene Fragen und weiterer Unterstützungsbedarf in den Einrichtungen werden geklärt und regelmäßig zwischen Fachkraft, Team und AG rückgekoppelt. Zudem wird der Austausch zwischen den Fachkräften für Sprachförderung anderer Kitas gefördert, sodass vorhandenes fachliches Wissen, gelungene Praxisbeispiele ausgetauscht und als Anregung für die eigene Arbeit mitgenommen werden kann.

Wald

Der den Stadtteil umgebende Wald bietet den Kindern die Gelegenheit, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Hier gibt es organische Strukturen, Rinden, Moos und Pilze, wie sie sich in Innenräumen nicht finden lassen. Hier trifft man auf Vögel, Insekten und Eichhörnchen. Ein steiler Hang, im Weg liegende Äste oder auch der unebene Waldboden schulen die motorischen Fähigkeiten der Kinder. Der Wald bietet beides, Bewegungsanreize und Ruhe. (Mindestens) einmal in der Woche findet der Waldtag statt.

Elternarbeit

Unsere Krippe versteht sich nicht nur als Begegnungsort für Kinder, sondern auch für Familien. Unser Ziel ist es, eine tragende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit allen Eltern aufzubauen.

Wir interessieren uns für die Lebenswelten der Familien, ihre Sichtweisen und Erziehungsvorstellungen. Der gezielte Austausch mit den Erziehungsberechtigten über ihre familiären Gewohnheiten und Rituale bildet für unsere pädagogische Arbeit eine wichtige Grundlage. In dem Bewusstsein gemeinsamer Ziele für eine gesunde Entwicklung ihres Kindes wird die Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Einrichtung abgestimmt und entwickelt.
Durch tägliche Tür- und Angelgespräche stehen wir mit den Erziehungsberechtigten eng im Kontakt. Zweimal im Jahr bieten wir zusätzlich für jedes Kind ein ausführliches Entwicklungsgespräch an. Statt Elternabenden bieten wir Familiennachmittage an. Die Familiennachmittage finden zweimal im Jahr statt.
Darüber hinaus gibt es über die IKJG die Möglichkeit, an offenen Elterncafés zu bestimmten Themen teilzunehmen.

Stephanie Kämpf

Stephanie Kämpf

Leitung Krippe Stadtwaldwichtel und Frühe Hilfen

Tel: 06421 992048 13
krippe@ikjg.de